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Rotes Höhenvieh

Besonderheiten der Rasse
Das Rote Höhenvieh ist ein robustes und anpassungsfähiges Rind mit mittlerer Größe. Es besitzt eine hohe Widerstandskraft und Vitalität, eine gute Fruchtbarkeit, Leichtkalbigkeit sowie eine sehr gute Marschfähigkeit. Die Rasse eignet sich besonders für die Weidehaltung und Landschaftspflege. Das Rote Höhenvieh wird in den beiden Zuchtrichtungen "Fleisch" und "Milch+Fleisch"; gezüchtet. Die heutige Hauptnutzung liegt in der Mutterkuhhaltung.
Rassetypisch ist eine einfarbig rote, rotbraune bis dunkelbraune Haarfarbe. Das Flotzmaul und die Schwanzquaste sind hell, ebenso die Einfassung der Augen. Die Hörner sind hell mit dunklen Spitzen. Die harten Klauen sind dunkel.

Zuchtgeschichte
Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts werden in den deutschen Mittelgebirgen eine Reihe von einfarbig roten Landschlägen mittlerer Größe beschrieben, z.B. das Schlesische Rotvieh, das Harzer Rotvieh, das Rhönvieh, das Vogelsberger Rind, der Taunusschlag, das Waldecker Rind, das Odenwälder sowie das in den nordostbayerischen Mittelgebirgen verbreitete Bayrische Rotvieh – auch Vogtländer oder Sechsämtervieh genannt. Obwohl diese Landschläge in regional abgegrenzten Zuchtgebieten getrennt voneinander lebten, wurde ein gleichartiges robustes und genügsames Rind mit vergleichbaren Leistungseigenschaften gezüchtet, welches sehr gut an die vorherrschenden kargen Bedingungen angepasst war. 1911 schlossen sich die verschiedenen deutschen Zuchtverbände zum "Verband mitteldeutscher Rotviehzüchter" zusammen. Die heutige offizielle Rassebezeichnung "Rotes Höhenvieh"; fasst alle ursprünglichen Rotviehschläge der deutschen Mittelgebirgslagen zusammen.
Als klassische Dreinutzungsrasse stand der Einsatz als Zugtier im Vordergrund. Hier bestachen die Zugochsen durch Kraft, Ausdauer und einem sicheren Gang. Die Fleischleistung der Tiere spielte in dieser Zeit nur eine untergeordnete Rolle.

In Deutschland erhöhte sich in den 1950er Jahren im Zuge des steigenden Wirtschaftswachstums die Nachfrage nach Milch und Fleisch. Mit zunehmender Mechanisierung und Motorisierung in der Landwirtschaft war das Rote Höhenvieh als Zug- und Arbeitstier nicht mehr gefragt. Aufgrund der geringeren Milchleistung der Rotviehschläge setzte eine starke Einkreuzung mit der farblich ähnlichen milchbetonten Rasse Angler ein. Das Angler Rind stammt jedoch aus den fruchtbaren Niederungen in Norddeutschland und hat zuchtgeschichtlich mit dem Roten Höhenvieh kaum etwas gemeinsam. Durch eine massive Verdrängungskreuzung hin zum Angler Rind war bereits in den 1970er Jahren das Rote Höhenvieh fast ausgestorben. Dann setzte durch einige Bauern und Tierzüchter eine Gegenbewegung in den früheren Rote Höhenvieh-Regionen ein mit dem Ziel, die Rasse vor dem Aussterben zu bewahren. 1997 wurde die "Bundesarbeitsgemeinschaft Rotes Höhenvieh" gegründet zur bundesweiten Koordination der Zuchtarbeit in den Bundesländern. Ein einheitliches Zuchtprogramm trägt heute zu einer erfolgreichen Erhaltungszucht bei.

Seit 1999 ist das Rote Höhenvieh im Bundesverband Deutscher Fleischrinderzüchter aufgenommen und als Mutterkuh- bzw. Fleischrinderrasse anerkannt.

Verbreitung der Rasse
In den 1970er Jahren war das Rote Höhenvieh bundesweit fast ausgestorben. In den 80er Jahre wurden einige nicht mehr reinrassige Tiere im hessischen Vogelsberg entdeckt, später auch Tiere im südlichen Westfalen. Wesentliche Impulse gab der zufällige Fund von ca. 70 Spermaportionen eines reinrassigen Bullen, welche die Basis für die Wiederentstehung des Roten Höhenviehs bildete. Auch die Wiedervereinigung Deutschlands brachte positive Impulse für die Population infolge eines Blutaustausches mit dem Vogtländer Rotvieh in Sachsen und Thüringen. Es fand in der Folgezeit ein reger Tieraustausch zwischen den Bundesländern statt. Heute sind die einzelnen Rotviehschläge in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen und Bayern erfolgreich zu einer Population zusammengewachsen. Die Populationsgröße ist in den letzten Jahren stabil geblieben. In 2006 umfasste die Zahl an Herdbuchtieren in Deutschland 701 Kühe und 54 Bullen.

Quelle: Fleischrinderverband Bayern

Weitere Informationen über das Rote Höhenvieh:

Bundesarbeitsgemeinschaft "Rotes Höhenvieh"
>> zur Webseite

Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH)
>> zur Webseite

Anfang Mai fühlen sich die Rotvieh Kälber auf den saftigen Wiesen der Buchheimer-Obermühle richtig wohl.
Anfang Mai fühlen sich die Rotvieh Kälber auf den saftigen Wiesen der Buchheimer-Obermühle richtig wohl.
Links auf dem Bild ein Jungbulle aus dem Vorjahr, der erst noch zeigen muß, ob er zur Zucht geeignet sein wird. Wichtig bei „Aussterbenden Rassen“ ist die Reinhaltung der Genetic.
Links auf dem Bild ein Jungbulle aus dem Vorjahr, der erst noch zeigen muß, ob er zur Zucht geeignet sein wird. Wichtig bei „Aussterbenden Rassen“ ist die Reinhaltung der Genetic.
Sommer  2012. Blick auf den Hof der Obermühle Buchheim
Sommer 2012. Blick auf den Hof der Obermühle Buchheim
Siesta am Waldrand unter Aufsicht des  Zuchtbullen Lucas.  Als Rotvieh-Bulle mit Körung 7/7/8 entspricht er ziemlich genau den Zuchtzielen des Verbandes.
Siesta am Waldrand unter Aufsicht des Zuchtbullen Lucas. Als Rotvieh-Bulle mit Körung 7/7/8 entspricht er ziemlich genau den Zuchtzielen des Verbandes.
Aufgrund ihre ruhigen Art ist das Rote Höhenvieh geeignet auch in extensiven Lagen - hier am Buchheimer Bach – genüßlich zu weiden. Der Einsatz des Roten Höhenvieh zur Landschaftspflege ist leider noch nicht überall bekannt und wird teils mit unsinnigen Gesetzesauslegungen verhindert.
Aufgrund ihre ruhigen Art ist das Rote Höhenvieh geeignet auch in extensiven Lagen - hier am Buchheimer Bach – genüßlich zu weiden. Der Einsatz des Roten Höhenvieh zur Landschaftspflege ist leider noch nicht überall bekannt und wird teils mit unsinnigen Gesetzesauslegungen verhindert.
Auch kleinste Flächen lassen ich mit dem Roten Höhenvieh beweisen. Zuchtbulle Luca wacht über eine Herde.
Auch kleinste Flächen lassen ich mit dem Roten Höhenvieh beweisen. Zuchtbulle Luca wacht über eine Herde.
Chef im Ring ist immer noch der Altbulle – unser Zuchtstier Lucas. Jungbullen werden aber beim Roten Höhenvieh auch nach Erreichen der Geschlechtsreife geduldet.
Chef im Ring ist immer noch der Altbulle – unser Zuchtstier Lucas. Jungbullen werden aber beim Roten Höhenvieh auch nach Erreichen der Geschlechtsreife geduldet.
Jungbulle Ingo, geb. 01.05.2010 hier Ende April 2011 - also mit knnapp 12 Monaten auf der Straßenkoppel. Bereits erkennbar und typisch für das Rote Höhenvieh sind die beim Bullen seitwerts gerichteten Hörner. Aus Februar 2011 daneben unser Urmel.
Jungbulle Ingo, geb. 01.05.2010 hier Ende April 2011 - also mit knnapp 12 Monaten auf der Straßenkoppel. Bereits erkennbar und typisch für das Rote Höhenvieh sind die beim Bullen seitwerts gerichteten Hörner. Aus Februar 2011 daneben unser Urmel.